Direkt zum Inhalt

Machen, so gut es eben geht: Die beste Zeit, dem Perfektionismus zu entkommen, ist JETZT

Alles möglichst gut und fehlerfrei machen zu wollen, muss nicht immer dysfunktional sein. Besonders schätze ich diese Haltung bei ÄrztInnen und anderen Spezialisten. Nur: Man muss sich das leisten können, zeitlich und energetisch.

Wer kann sich Perfektionsmus heute noch leisten?

Die Wenigsten. Denn die meisten Jobs in der Privatwirtschaft bieten keinen Raum mehr für eine perfektionistische Haltung. Es geht sich schlicht nicht aus. Vielmehr gefragt ist der „Mut zur Lücke“, und das heißt im Prinzip schlichtweg der Mut zum Fehler (auch wenn`s so nicht gesagt wird).

Es sind äußerst schlechte Zeiten für Fitzler und Detailverliebte, außer sie suchen sich Expertenjobs, in denen genau das gefragt ist.

Perfektionismus als Komfortzone

Für viele ist Perfektionismus aber eine innere Komfortzone, zu der es kaum Alternativen gibt. Aus gutem Grund, denn dahinter steht meist die nackte Angst. Diese ist nicht zufällig da, sondern biografisch meist gut erklärbar – wenn man sich die Mühe macht, genau hinzuschauen. Es gibt etwa Menschen, die als Kinder möglichst fehlerfrei funktionieren mussten, weil das Familiensystem etwas anderes nicht getragen hätte. Später nehmen sie diesen Anspruch mit ins Erwachsenenleben und haben es damit schwer.

„Ich mache, so gut es eben geht“

Wegen der Corona-Krise steht derzeit ohnehin alles Kopf. Jetzt sind Eltern wahre Multitasker und gleichzeitig braucht es nicht mal eigene Kinder, um zu rotieren. Jetzt geht sich vieles maximal mittelgut nebeneinander aus. Darüber braucht man nicht viel nachzudenken.

Aber es ist eine gute Gelegenheit, eine neue Haltung auszuprobieren, getragen von Sätzen wie „Ich mache, so gut es eben geht“.

Mantraartig über den Tag verteilt immer wieder laut und leise gesprochen, auf Post-its notiert, als Nachricht für den Arbeitsbeginn am Morgen: lassen Sie diese Botschaft immer wieder Ihr Unbewusstes streifen. So kann sie sich gut verankern.

Wenn nicht mehr möglich ist, als eben möglich ist, braucht man nicht gegen die Realität ankämpfen. Denn dieser Kampf ist der sinnloseste und kräfteraubendste überhaupt.