Gestalttherapie, Traumatherapie, body-to-brain Methoden, Zürcher Ressourcen Modell

Die Basis meiner Arbeit ist immer das Gespräch und die menschliche, persönliche Begegnung. Mir ist es sehr wichtig, dass Sie sich bei mir wohl, sicher, angenommen und verstanden fühlen.

Eine gute therapeutische Beziehung an sich ist bereits Heilmittel, besagt die Psychotherapieforschung. Ohne diese Grundlage wäre die Anwendung jeglicher Methoden unzulässige Mechanistik. In weiterer Konsequenz bedeutet das auch, dass keine Psychotherapie der anderen gleicht: Jeder Prozess verlangt eine maßgeschneiderte Vorgangsweise, bei der Melodie, Tempo, Anregungen und Methoden sorgfältig ausgewählt werden wollen.

Psychotherapie als Handwerkskunst

Meine Aufgabe besteht gewissermaßen darin, Sie als Mensch gut zu erspüren, zu „lesen“ und „übersetzen“ zu können und meine Eindrücke in einer Sprache und passenden Melodie so an Sie zurückzumelden.

Wissensdurst, laufende Weiterbildung und Offenheit gegenüber der Weisheit unterschiedlicher therapeutischer Traditionen sowie den Erkenntnissen der Neurowissenschaften haben mir im Laufe der Jahre zu einem breiten Denkhorizont und Methodenrepertoire verholfen.

Die Grundpfeiler dabei sind die Gestalttherapie sowie der breite Methodenschatz moderner Traumatherapie. Ergänzend verwende ich Elemente verschiedener anderer Ansätze, die ich als hilfreich und bereichernd empfinde.

Die Basis meines Vorgehens liegt in der mittlerweile auch neurowissenschaftlich belegten Erkenntnis, dass nachhaltige Veränderungen von Leidenszuständen dann geschehen können, wenn schmerzhafte und schöne Erinnerungen in einem entspannten Zustand einander gegenüber gestellt, sozusagen „kontrastiert“ werden (Kontrastierung nach Gerhard Roth). Andere Schulen sprechen von Pendelbewegungen, Titrieren“ (Peter Levine) oder auch Überschreiben schmerzhafter Erinnerungen. Das Schwierige wird „ausgelüftet“ durch sorgsam dosiertes Wiedererleben, immer mit Blick auf das Schöne, Hilfreiche.

Gestalttherapie, Humanistisches Menschenbild & Verbundenheit

Von der Grundausbildung (Psychotherapeutisches Fachspezifikum) her bin ich Integrative Gestalttherapeutin, dh. Vertreterin einer humanistisch orientierten Tradition, die sich in der Nachkriegszeit aus der Psychoanalyse und anderen Einflüssen entwickelte. Als wenig manualisiertes Verfahren gewährt diese Fachrichtung ein besonders Spektrum an Kreativität und eine starke Färbung der Arbeitsweise durch die Persönlichkeit der Therapeutin.

Die wohl bekannteste Methode der Gestalttherapie ist die sog. „Arbeit mit dem Leeren Stuhl„, eine Intervention, die andere therapeutische Schulen erfolgreich integriert haben, wie zB die Schematherapie.

Gestalttherapeutin sein heißt für mich, gute Beziehungen als wesentlichen Heilfaktor im Leben zu sehen („Der Mensch wird am Du zum Ich“, Martin Buber). Es bedeutet auch, eine offene, nicht-wertende Haltung zu praktizieren. Denn während uns Urteile und Etiketten keinen Schritt weiterbringen, ist wohlwollende Akzeptanz die Basis für jede Veränderung.

Immer wieder spüre ich die Verbundenheit von uns Menschen untereinander, und bin davon überzeugt, dass uns gute Beziehungen auch sehr schwierige Situationen meistern lassen.

ZRM – Zürcher Ressourcen Modell

Das Zürcher Ressourcen Modell ist mE eine geniale, wissenschaftlich intensiv beforschte Methode zur gezielten Entwicklung von Handlungsspielräumen. Dieses Selbstmanagement-Tool wurde von den Schweizer Wissenschaftlern Dr. Maja Storch und Dr. Frank Krause an der Universität Zürich entwickelt und ermöglicht den raschen Aufbau von hilfreichen inneren Haltungen (Ressourcen), mit denen Ziele leichter erreicht und innere Blockaden überwunden werden können.

Arbeiten ohne diese Methode ist für mich nicht mehr vorstellbar: Von der Anwendung her unkompliziert greift sie rasch und ist vom Prozess her oft auch sehr schön. Wir arbeiten mit inneren und äußeren Bildern, die direkt das Unbewusste ansprechen, das zweite wichtige Bewerbungssystem neben dem Verstand. Für wesentliche Schritte im Leben und alle wichtigen Entscheidungen ist diese Synchronisierung von Verstand und Unbewusstem kardinal wichtig.

Traumatherapeutische Methoden

Moderne Methoden der Traumatherapie lassen sich sowohl im Coaching bei Stressthemen als auch in der Psychotherapie sehr gut einsetzen und können zu tiefen, heilsamen Prozessen führen.

Im Zentrum steht hier die Arbeit am (oft chronisch überlasteten) Nervensystem durch Atmung, Körperwahrnehmung und -übungen. Gefühle brauchen ja eine Bühne, und diese ist nun einmal der Körper! Grundlage dafür ist die Polyvagaltheorie nach Steven Porges, die die Bedeutung des Autonomen Nervensystems in den Mittelpunkt rückt.

Brainspotting

Brainspotting ist eine Methode auf Basis neuer Erkenntnisse der Neurophysiologie, um emotionale Blockaden zu lösen und Gefühle wieder in Fluss zu bringen. Sie macht sich die Entdeckung zu nutze, dass unsere Blickrichtung bestimmt, wie wir uns fühlen. Unterschiedlichen Augenpositionen lösen unterschiedliche Empfindungen aus, die sofort bearbeitet werden können. Die Methode ist effizient und direkt, weshalb sie eine vertrauensvolle, sichere therapeutische Beziehung voraussetzt.

Dabei arbeite ich als Therapeutin mit einem Zeigestab (oder auch der Fingerspitze). Meine KlientInnen werden gebeten, bei ihren Gefühlen und Körperempfindungen zu bleiben, während wir mithilfe des Pointers Augenpositionen finden, die Gefühle erleichtern oder verstärken. So können wir sehr direkt an Gefühlen und den dazugehörigen Körperempfindungen arbeiten, was rasche Prozesse ermöglicht.

Traumafokus

Traumafokus ist eine aus Brainspotting heraus entwickelte Methode, die ohne Zeigestab (Pointer) auskommt und ebenfalls stark mit Körperempfindungen und Augenpositionen arbeitet.

Arbeit mit dem Inneren Kind

Innere-Kind-Arbeit ist ein Ansatz, der in vielen therapeutischen Schulen unter unterschiedlichen Bezeichnungen vorkommt. Ich finde diese sanfte Arbeit besonders schön und heilsam . Wir können zwar die Vergangenheit nicht ändern, im Nachhinein aber sehr wohl etwas tun dafür, dass schmerzhafte Ereignisse und Erinnerungen zunehmend verblassen und wir besser damit leben können.

Wir tun das, indem wir innere verletzte Anteile im Heute hegen und pflegen, trösten und versorgen. Das geschieht über Imagination, dh. unsere Vorstellungskraft, die wahrhaft unbegrenzt ist und eine große Heilkraft besitzt. Die Forschung belegt, dass es für hirnphysiologische Prozesse unerheblich ist, ob etwas tatsächlich geschieht oder wir es „nur“ in unserer Vorstellungswelt erschaffen. Eine interesssante Erkenntnis, oder? Wir sollten sie nicht ungenutzt lassen!

Schule der Weltliteratur

Schon als Jugendliche habe ich viele Jahre die „Schule der Weltliteratur“ besucht, eine frühe tiefe Leidenschaft, die mich bis heute begleitet. Große Schriftstellerinnen und Dichter zu lesen war eine intensive psychologische Ausbildung, von der ich noch immer zehre – verfügen doch viele Schreibende über eine außerordentliche psychologische Beobachtungsgabe.

Und auch umgekehrt lässt es sich denken: Jedes Menschen Leben ist einen Roman wert, meinte der Gestalttherapeut Erving Polster in seinem gleichnamigen Buch.

Es ist das Einzigartige, im Schicksal und in seiner Bewältigung, das mich fasziniert – im echten Leben wie auch in der Literatur.

Jenseits des Urteilens

Durch meinen Beruf ist mir das gesellschaftlich so verbreitete Beurteilen von Menschen immer fremder geworden. So suche ich rasch nach der Psycho-Logik jedes Menschen – und damit wird er auch verständlich.

Denn es gibt immer einen subjektiv guten Grund, warum wir so sind, wie wir sind.

Diese grundlegende Tatsache und die Suche nach Ihren persönlichen, individuellen Gründen, Ihrer inneren Logik, wird auch Sie dazu einladen, mehr und mehr Selbstmitgefühl und Selbstakzeptanz zu entwickeln. Ein schöner, lohnenswerter Weg!

Die Bedeutung des autonome Nervensystem

Je nach Fragestellung, Zielen oder Beschwerden kommen unterschiedliche Ansätze zur Anwendung. Immer aber erfolgt meine Vorgehensweise auf den Erkenntnisgrundlagen moderner Neurowissenschaften, wonach das autonome Nervensystem unser In-der-Welt sein grundlegend beeinflusst.

Ein Organismus, der sich nicht sicher fühlt, befindet sich im Überlebens-Modus. Dieser ist bei vielen Menschen chronisch geworden und verhindert die wunderbare Erfahrung der Verbundenheit in Beziehungen mit anderen und der Welt.

Glücklicherweise können aber auch wir auf unser Nervensystem positiv einwirken – durch den Atem, sanfte Körperübungen, bewusste Verankerung im Schönen usw.

Dadurch entsteht kann Heilung entstehen. In weniger tiefen Prozessen verhilft dieser Ansatz zu Entlastung, Stressreduktion und verbesserter Selbtmanagement-Fähigkeit.

Stimmt die Chemie? Finden wir es heraus!

Bitte beachten Sie, dass ich nicht immer über freie Plätze verfüge. Das hat damit zu tun, dass mir eine bestmögliche Begleitung jeder einzelnen Person wichtig ist. Meine Kapazität, mit Menschen gut mitzuschwingen und Arbeitsgespräche sanft in eine hilfreiche Richtung zu lenken ist natürlicherweise begrenzt.

Sie sind sicher, mit mir zusammenarbeiten zu wollen? – Gerne merke ich Sie vor.

Die Arbeitswelt auf der Couch

Der Podcast, der die Arbeitswelt auf die psychotherapeutische Couch legt, zerpflückt und so manche Hintergründe sichtbar macht.

Ein Gesprächsreihe von Sonja Rieder, Karrierecoach und Psychotherapeutin, und Doris Obrecht, Podcasterin.